Mosambik- Konflikt, Krise und Terror

Bericht über eine Krise, über die nicht berichtet wird.

Der Konflikt im Norden Mosambiks verursacht eine der am schnellsten wachsenden Vertreibungskrisen der Welt.

Die Zahl der Menschen, die aus ihren Häusern vertrieben wurden, stieg von 172.000 im April 2020 auf über 732.000 im Mai 2021 (OCHA).

Historische Entwicklungen in Mosambik


1977, etwa zwei Jahre nachdem Mosambik die Unabhängigkeit von Portugal erlangte (1975), versank das Land in einen 15- jährigen Bürgerkrieg, der zwischen der Frente de Libertação de Moçambique (FRELIMO) und der Rebellenbewegung Resistência Nacional Moçambicana (RENAMO) ausgetragen wurde. Erst 1992 setzten ihm die beiden Konfliktparteien mit der Unterzeichnung eines Friedensvertrages ein Ende.
Es bleibt das traurige Ergebnis des blutigen Konflikts: Eine Millionen Todesopfer und mehrere Millionen Vertriebene.

Aber auch nach der offiziellen Beendigung des Krieges und des Wandels der RENAMO zur Oppositionspartei, blieb die Lage im Land angespannt. Besonders seit 2013 kam es in Zentralmosambik immer wieder zu gewaltvollen Auseinandersetzungen. Die RENAMO kündigte das geschlossene Friedensabkommen.
Zwar gab es 2014 erneute Friedensbemühungen, die zu verschiedenen Abmachungen führte – u.A. der Entwaffnung und Wiedereingliederung der ehemaligen RENAMO-Rebellen in die Sicherheitskräfte Mosambiks – jedoch bleibt auch dieser Friedensvertrag wirkungslos, wie auch ein nachfolgender Versuch im Jahr 2016.

Wo liegt Mosambik?


Mosambik liegt an der südafrikanischen Küste.

Es grenzt an Tansania, Malawi, Sambia, Simbabwe, Südafrika und Eswatini. Außerdem grenzt das Land mit seiner knapp 2500 km langen Küste im Osten an den Indischen Ozean.

Von den ca. 30,4 Millionen Einwohner Mosambiks (Zahl aus 2019) leben 68% in ländlichen Gebieten und 60% an der Küste. Daher ist die Einkommensquelle vieler Mosambikaner:innen von dem Vorhandensein natürlicher Ressourcen abhängig, etwa der Fischerei oder der Landwirtschaft.

Schätzungsweise 46,1 % der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. (UNDP.ORG)

Was passiert momentan in Mosambik?


Im Oktober 2017 verübte eine islamistische Extremistengruppe Anschläge in der nördlichen Provinz Cabo Delgado.

Die als Ahlu Sunna Wal-Jama bekannte Gruppe verübt seitdem gewaltsame Angriffe auf unschuldige Menschen, Regierungskräfte und militärische Einrichtungen.

In Cabo Delgado ist inzwischen fast jeder dritte Einwohner Binnenvertriebener. Viele mussten bereits mehrfach fliehen (RELIEFWEB).

Die gewalttätigen Angriffe treffen hauptsächlich die Küste von Cabo Delgado, von der Stadt Pemba bis zur tansanischen Grenze.

2021 hat die Gewalt weiter zugenommen und zwingt die Menschen zur Flucht in die Nachbarprovinzen Niassa und Nampula.

Wer ist betroffen?


Seit des Angriffs auf Palma, wurden bis zum 27. Juli 2021 fast 120.000 Menschen aus der Küstenstadt vertrieben. Doch nicht nur dort mussten Menschen ihr Zuhause zurücklassen. Insgesamt benötigen über 540.000 Vertriebene im Norden Mosambiks dringend Obdach.

Die Menschen fliehen innerhalb des Landes und enden letztendlich in den gleichen, vermeintlich besser bewohnbaren Gebieten. Diese sind jedoch von dem Strom an Menschen überlastet. Die Lebensbedingungen werden beengter und Bezirke unbewohnbar. Dazu stellt der Ausbruch von Cholera in einigen Gebieten ein weiteres Problem dar.

Die Communities, welche die Hauptlast der Vertreibungskrise tragen müssen, brauchen dringend Notunterkünfte und grundlegenden Haushaltsgegenstände.

Wie wir helfen


Wir arbeiten zusammen mit unserer Partnerorganisation vor Ort CARE MOZAMBIQUE

Die logistischen Abläufe zur Lieferung unserer Hilfsgüter werden immer wieder erschwert. Dennoch setzen wir alles daran, um zu den Menschen vorzudringen, die in größter Not sind.

Betroffene, die ihr Zuhause verloren haben oder zurücklassen mussten, erhalten Shelter Kits zum Aufbau eines neuen Hauses.
Außerdem hilft ShelterBox mit Thermodecken, Solarlampen, Küchenutensilien, Schlafmatten und Moskitonetzen.

Unterstützen Sie unsere Arbeit

Wem helfen wir?

Paolo, 25 Jahre alt, lebt in der Region Massinga in Mosambik. Als Zyklon Dineo im Februar 2017 mit einer Windgeschwindigkeit von 170 kmh über die Südküste des Landes fegte, wurde sein Haus komplett zerstört. Der seit der Geburt gehbeeinträchtigte Paolo lebt monatelang in seinem zerstörten Haus. Als ShelterBox ebenfalls in die abgelegenen ländlichen Gebiete vordringen kann, erhält auch Paolo ein Shelter Kit mit dem nötigen Werkzeug und Material für den Wiederaufbau eines stabilen Zuhauses.

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