Yolanda besuchte ihre kranke Tochter im Krankenhaus an dem Tag, als die Überschwemmung ihr Dorf in Peru traf.

Als sie hörte, wie der Regen niederprasselte, wusste Yolanda, dass sie nach Hause zurückkehren musste, um an ihrem undichten Dach zu arbeiten, da sonst das Wasser eindringen würde. Da ihr Ehemann Santos bei der Arbeit war, hatte Yolanda keine andere Wahl als das Dach selbst zu reparieren. Aber sie konnte nicht voraussehen, was als nächstes passierten würde.

Yolandas Haus war eines von Tausenden, die vom „Hauyco“ zerstört wurden – eine Flut von Schlamm, Schutt und Erde, die durch die Gemeinden fegte und Verwüstungen hinterließ. „Wir sind über die Straße gerannt und haben uns eine Matratze geschnappt, aber das war alles, was wir mitgenommen haben. Wir liefen in das Gebäude gegenüber, das eine zweite Etage hatte und rannten auf das Dach.“

„Wir warteten stundenlang dort oben – wir konnten ja nicht wieder runterkommen, weil das Erdgeschoss komplett überflutet war. Also verbrachten wir die Nacht auf dem Dach.“

NACH HAUSE ZURÜCKKEHREN


Sobald die Flut zurückgegangen war, gingen Yolanda und Santos los um zu sehen, was von ihrem Haus noch übrig war.

Yolanda sagte: „Wir sind hierher zurückgekommen, um das Haus wiederaufzubauen. Es war nicht mehr viel übrig, aber das ist unser Land.“ Zum Glück konnte ShelterBox ihre Gemeinschaft unterstützen, indem sie ShelterKits, die voller Materialien waren, um Häuser zu reparieren sowie kleine ShelterBoxen, die mit wichtigen Haushaltsgegenständen wie Solarlampen gefüllt waren, zur Verfügung stellen.

„Wir haben über die Materialien gesprochen und darüber, wie man sie benutzt, und die Leute haben uns Anweisungen gegeben, wie man die Unterkunft aufbaut. Ich erzählte alles meinem Mann, und er baute die Unterkünfte, die wir jetzt haben. Jetzt ist uns weniger kalt. Alles, was wir erhalten haben, war gut und wir haben alles benutzt.“

WIEDERAUFBAU IN DER GEMEINSCHAFT


Viele Familien haben im „Hauyco“ – dem peruanischen Eigenbegriff für Erdrutsch – alles verloren. Nicht nur ihre Häuser und Lebensgrundlagen, sondern auch ihre persönlichen Gegenstände. Fotos, Kleidung, Bettwäsche und sogar Küchenutensilien waren fort.

Ohne Zutaten oder Kochutensilien waren viele Familien hungrig. Deshalb gründeten viele Viertel Gemeinschaftsküchen, in denen verschiedene Leute abwechselnd für die ganze Nachbarschaft kochen.

So hatten die Menschen nicht nur etwas zu essen, sondern auch die Möglichkeit, Zeit mit ihren Freunden und ihrer Familie zu verbringen, die auch den Alptraum des „Hauyco“ erlebt hatten.

Yolanda war neben Estela, Ely und Rosmary eine der Köchinnen, die arbeiteten, als unser Team den Ort besuchte. Yolanda sagte:

„Die Gemeinschaftsküchen haben uns wirklich geholfen, da niemand Geld oder etwas zu essen hat. Heute kochen wir Mittagessen für 100 Personen in der örtlichen Gemeinde. Wir machen Reis, Bohnen und Rindersteak mit Zwiebeln und Paprika. Wir kochen abwechselnd, jeden Tag eine andere Familie für den Rest der Gemeinschaft. Heute sind wir an der Reihe. Wir sind sehr stolz auf unsere Soße und unsere Würze.“

In Peru konnten die Familien in ihrer eng verbundenen Gemeinschaft bleiben und mit dem Wiederaufbau beginnen. Durch unsere Unterstützung ist es Gemeinden wie der von Yolanda möglich, schnell mit dem Erholungsprozess nach einem Katastrophenangriff zu beginnen.