Wir sind nach Malawi zurückgekehrt, um zu verstehen, wie der Wiederaufbau-Prozess abläuft. Gemeinsam mit dem renommierten Fotografen Sian Davey feiern wir die unglaublichen Dinge, welche diese Familien erreicht haben.

In diesem Video erzählen Stephano und Mary aus dem Ort Mwalija die Geschichte von ihrem Zuhause.

                                                                                                                

© Sian Davey/ShelterBox

Wir haben gegen die Wassermassen gekämpft, um unsere Kinder zu retten. Wir haben sie in die Bäume gesetzt, damit sie noch mehr von der Welt erleben können. Als wir erkannten, dass das Hochwasser nicht abnahm, sind wir auf höhere Baumwipfel geklettert. 24 Stunden lang haben wir im Wasser ausgeharrt.“

– Stephano

Ein Zuhause erschaffen


© Sian Davey/ShelterBox

Die Einwohner des Dorfes Mwalija haben im Anschluss an den Wirbelsturm einen Ort erschaffen, an dem sie ihren Alltag neu aufbauen können. Tägliche Aktivitäten wie Kochen, Putzen und Entspannen sind fundamentale Teile unser aller Leben.

Wir wollen einen Ort, an dem man aufwachen kann, den man putzen und um den man sich kümmern kann. Das ist für mich ein Zuhause.“

– Isaac

Die Schwestern Sofina, Linda und Naresi waren zuhause und haben Wäsche aufgehangen. Sofina sagt, dass das alte Dorf gefährlich ist, da das Wasser zu jeder Zeit kommen kann. "Jetzt sind wir sicher, es fühlt sich wie Zuhause an." © Sian Davey/ShelterBox

Ein Zuhause bedeutet, nachts gut schlafen zu können. Es ist ein Ort für Privatsphäre und Zeit für einen selbst. Zeit, welche man mit der Familie verbringen kann. Dort fühlt sich jeder Einzelne sicher und geborgen. Es ist ein Ort zum Kochen, zum Spielen, zum Arbeiten und Lachen. Es ist ein Ort, um wieder neu anzufangen.
Die Bewohner von Mwalija kreierten einen Raum, welchen sie nun ihr Zuhause nennen können, indem sie das temporäre Sammellager verließen. Am neuen Ort kann man Landwirtschaft betreiben. Er hat eine Zukunft.

Mein Verständnis von einem Zuhause hat sich verändert. Dieser Ort ist jetzt Zuhause. In seinem aktuellen Stadium ist es ein Ort, an dem auch die Hoffnung zuhause ist.“

– Stephano

In den Monaten nach dem Zyklon Idai sind die Familien von Mwalija zusammengekommen, um ihr Dorf wiederaufzubauen.

Die Zeltplanen, welche wir bekommen haben, gaben uns die Kraft vom Lager hierher zu ziehen. Als wir hier angekommen sind, gab es viel Platz. Wir konnten wieder selbstbestimmt leben.“

– Mary

Eine Gemeinschaft, egal ob Dorf, Gruppe oder Großfamilie, unterstützt den Genesungsprozess nach einer Katastrophe. Mit Freunden, Familie und Nachbarn zusammenzuleben und die Dinge gemeinsam zu bewältigen, bietet physische, materielle und emotionale Unterstützung in dieser Zeit. Eine Gemeinschaft arbeitet zusammen und hilft einander. Sie unterstützt die anderen Menschen in ihrer Gruppe dabei, ihren Lebensunterhalt zu sichern und Hindernisse zu überwinden. Eine starke Gemeinschaft stärkt das Gemüt der Menschen, die in ihr leben.

Durch die gemeinsame Arbeit haben die Menschen aus Mwalija nur drei Monate gebraucht, um ihr Dorf umzusiedeln. Die schnelle Arbeit vermied ein Auseinanderbrechen der Gemeinschaft. Menschen, die wegziehen wollten, wurden beruhigt und blieben. Die Werkzeuge und Notunterkünfte gaben der Dorfgemeinschaft die Zuversicht und Ruhe, um über eine Umsiedlung entscheiden zu können.

Religion spielt eine wichtige Rolle im Gemeinschaftsleben in Malawi. Sonntags erfüllt Gesang die Luft, während Familien von der Kirche zum Fluss laufen, um neue Kirchenmitglieder zu taufen. Jeder trägt seine schönste Kleidung. © Sian Davey/ShelterBox
Innerhalb von zwei Stunden wurden 21 Menschen getauft. © Sian Davey/Shelterbox

Die Rückkehr zur Arbeit


Jeden Tag tauchen neue Läden an der Hauptstraße des Dorfes auf. Langsam kehrt das Leben zum Alltag zurück. Nlagileti’s Laden ist den ganzen Tag über gut besucht. © Sian Davey/ShelterBox

Durch die Rückkehr zur Arbeit konnten die Familien in Mwalija die Kontrolle über ihr Leben nach der Zerstörung durch den Zyklon zurückgewinnen. Die Möglichkeit, einen Lebensunterhalt zu verdienen kreiert Unabhängigkeit und macht Menschen belastbarer im Hinblick auf zukünftige Krisen. Der Beginn neuer Farmarbeiten bedeutet für die Menschen in Mwalija, dass sie sich der Zukunft zuwenden. Aus einer psychologischen Perspektive erlaubt die Rückkehr zur Arbeit den Menschen wieder auf die Füße zu kommen und an die Zukunft zu denken.

Ich habe Pläne. Nächste Woche werde ich Mais, Zwiebeln und Tomaten anpflanzen. Diese Erträge sollen mir helfen, Geld für mein Haus zu sammeln. Wir arbeiten, weil wir in die Zukunft blicken.“

– Stephano

© Sian Davey/ShelterBox

Eine Notunterkunft ist der erste Schritt zum Wiederaufbau der Lebensgrundlage. Mithilfe von Werkzeugen, welche von ShelterBox bereitgestellt wurden, können die Menschen ihren Lebensunterhalt bestreiten. Diese Werkzeuge werden unter anderem für die Arbeit auf Feldern oder das Ausüben eines Handwerks eingesetzt. Diese Notunterkünfte bieten den Menschen nach Katastrophensituationen ein Dach über dem Kopf und einen Ort, um die Rückkehr nach Hause vorzubereiten oder ein neues Zuhause zu finden. Wohnhäuser können auch zu Läden oder Arbeitsstätten werden.

Nach der Überschwemmung konnten wir nicht in die Schule gehen. Wir hatten keine Kleidung, keine Seife, also blieben wir im Sammellager. Jetzt, wo wir hier leben, ist alles einfacher und wir können wieder zur Schule gehen. Mein Lieblingsfach ist Englisch.“

– Agnes

Die Familien in Mwalija haben ihre Häuser wiederaufgebaut, indem sie auf lokale Techniken zurückgriffen und diese zusammen mit neuen Fähigkeiten, welche sie in unserem Training erlernten, einsetzten. Der Bau einer temporären Unterkunft benötigt Kenntnisse und Fähigkeiten, besonders wenn es für eine längere Zeitspanne bestehen soll, während die Gemeinden daran arbeiten ihre ursprünglichen Häuser zu reparieren oder Neues aufzubauen.

Manche Menschen, wie Stephano, haben dies schon erlebt und konnten sich auf Erfahrungen stützen. Andere benötigten Hilfe beim Aufbau einer neuen Unterkunft.

Ein Training kann die Dorfgemeinschaft mit neuen Fähigkeiten ausstatten, welche sie in der Zukunft auch an andere weitervermitteln können. Das hilft bei dem Prozess des Wiederaufbaus, der mit einer Fusion aus lokalen Arbeitsweisen und anderen erprobten Methoden gemeistert wird.

Grace, Blessings, Hanifa, Pemphero, Beauty © Sian Davey/ShelterBox

Ein Hammer erbaut kein Zuhause. Aber ein Hammer in den Händen von jemandem mit Kenntnissen, Willenskraft und Motivation wird ein Zuhause erschaffen.

Die Unterstützung und das Training haben der Gemeinschaft von Mwalija geholfen auf einer Anhöhe ein neues Dorf zu erbauen, in welchem sie sich sicherer fühlen und in die Zukunft blicken können.

Momentan geht die Sonne auf. Ein Erwachsener geht zur Farm, einer bleibt zu Hause und die Kinder gehen in die Schule. Unser Leben wird wiederhergestellt. Jetzt, da wir auf einer Hochebene leben, machen wir uns keine Sorgen. Ich fühle mich zuhause, ohne irgendwelche Bedenken.

– Mary

Tausend Dank!


Aufgrund Ihrer großzügigen Unterstützung konnten 2.000 Familien in Malawi damit beginnen, ihr Leben wiederaufzubauen.

Menschen wie Stephano und Mary konnten die Kontrolle über ihr Leben zurückgewinnen und einen Ort kreieren, zu welchem ihre Familien jeden Tag zurückkehren können. An diesem Ort können sie einander physisch und emotional unterstützen, als Gemeinschaft. An diesem Ort können sie ihrer Arbeit nachgehen und Pläne für die Zukunft schmieden.

 

Wir wollen keine Verantwortung für den Wiederaufbau dieser Gemeinschaften übernehmen – dieses Werk haben die Familien selbst vollbracht, indem sie hart gearbeitet haben. Mit Ihrer Unterstützung haben wir jedoch eine kleine, aber wichtige Rolle bei den ersten Schritten zum Wiederaufbau gespielt.