Der Klimawandel stellt eine große Bedrohung für die Menschheit dar. Es ist eine Gefahr, die nur durch sofortiges globales Handeln abgewendet werden kann.

Unser globales Klima ändert sich in einer rapiden Geschwindigkeit – dies hat dramatische Auswirkungen auf unsere Umwelt.

Steigende Meeresspiegel, beispielsweise durch das Abschmelzen von Gletschern oder Meereseis, erhöhen die Gefahr von zerstörerischen Fluten. Das sich ändernde Wetter erschwert die Produktion von Nahrungsmitteln; gleichzeitig werden wetterbedingte Katastrophen noch extremer.

Überlebenswichtige soziale Infrastrukturen sind in Gefahr, etwa die Wasser- und Energieversorgung, der Verkehr und die Landwirtschaft. Gleichzeitig ist die menschliche Gesundheit ebenso wie lokale Ökosysteme und die Tierwelt bedroht.

Die Klimakrise ist eine humanitäre Krise

Das sehen wir jedes Mal, wenn wir mit Familien arbeiten, die ihr Zuhause, ihren Lebensunterhalt oder ihre Angehörigen in Hurrikans, Tropenstürmen, Fluten oder Dürren verloren haben.

Wichtige Fakten über den Klimawandel

Wie der Klimawandel Naturkatastrophen beeinflusst

Wie der Klimawandel das Leben der Menschen beeinflusst

Verantwortung übernehmen

Wichtige Fakten über den Klimawandel


Wie der Klimawandel Naturkatastrophen beeinflusst


Das sich ändernde Klima verschlimmert Umweltkatastrophen wie Dürren, Hurrikans, Fluten und Waldbrände weiter.

Dürren

Dürren sind ein natürliches Element unseres Klimas. Sie entstehen durch wechselnde Wetterverhältnisse, hohe Temperaturen und ausbleibenden Regen.

Der Klimawandel verstärkt extreme Dürren, welche in einigen Regionen der Welt auftreten, jedoch noch weiter. Somaliland, das Tschadseebecken und das östliche Mittelmeer haben in den letzten Jahren die verheerenden Auswirkungen besonders zu spüren bekommen.

Steigende Temperaturen, Änderungen von Niederschlagsmustern und geringere Schneefälle tragen zu einer Verschärfung der Dürrebedingungen bei.

Selbst Regionen, welche keine Veränderungen in den Niederschlägen verzeichnen, spüren die Auswirkungen. Höhere Temperaturen führen zu einem höheren Wasserbedarf und mehr Verdunstung, was die Wasserversorgung belastet.

Eine der verheerendsten Auswirkungen von Dürren sind die Konsequenzen, die sie auf die Nahrungsmittelversorgung haben. In Ländern, in denen Menschen keinen zuverlässigen Zugang zu nahrhaften Lebensmitteln haben, können Dürren einen Anstieg der Lebensmittelpreise auslösen. Dies kann zu sozialen Unruhen, Hungersnöten und Migration führen.

Überschwemmungen

Die steigenden Temperaturen führen in anderen Regionen zu extremen Niederschlägen.

Der für die kommenden Jahre prognostizierte Anstieg des Meeresspiegels wird zu mehr Überschwemmungen in Küsten- und Tieflandgebieten führen. Dadurch wird die Küstenerosion zunehmen.

In vielen städtischen und ländlichen Gebieten nimmt das Hochwasserrisiko ebenfalls zu. Natürliche Hochwasserbarrieren wie Wälder werden abgeholzt und durch immer wachsende Städte entstehen riesige undurchlässige Flächen, in denen hohe Wasserstände nicht leicht abfließen können. (Quelle: IPCC)

Hurrikans

Hurrikans, Wirbelstürme und tropische Stürme sind ein natürlicher Bestandteil unseres Klimas.

Zwar erhöht der Klimawandel nicht die Anzahl an tropischen Stürmen, jedoch werden die Stürme durch die steigenden Temperaturen viel intensiver und haben weitaus schlimmere Auswirkungen. In den vergangenen Jahren wurden deutlich mehr der Stürme der Kategorie 4 und 5 gemessen – die zwei höchstmöglichen Kategorien.

WissenschaftlerInnen vermuten außerdem, dass der Klimawandel die Geschwindigkeit der Tropenstürme beeinflusst. Dies führt dazu, dass sie sich langsamer bewegen und zerstörerischer werden, wie man etwa bei Hurrikan Dorian beobachten konnte, der 2019 die Bahamas verwüstete.

Waldbrände

Steigende Temperaturen und veränderte Niederschlagsmuster führen zu extremen Dürren. Diese Dürrevorkommen begünstigen die Entstehung von Waldbränden, welche für Menschen lebensgefährlich sein können. Gebiete wie die USA und Australien sind besonders gefährdet.

Abholzung von Wäldern und landwirtschaftliche Praktiken wie Brandrodung tragen ebenfalls zum Vorkommen von Waldbränden bei. Im Jahr 2019 verwüsteten Brände das Amazonasbecken und zerstörten mehr als 2 Millionen Hektar Regenwald.

Neben riesigen Waldflächen sind in den letzten zehn Jahren weltweit Tausende von Häusern durch Waldbrände zerstört worden. (Quelle: Center for Climate and Energy Solutions)

Die jüngsten Hurrikan-Katastrophen


  • 2015: Der Hurrikan Joaquin – Kategorie 4 – war der stärkste atlantische Hurrikan nicht-tropischer Herkunft, der in der Satellitenära je registriert wurde.
  • 2016: Hurrikan Matthew war der erste atlantische Hurrikan der Kategorie 5 seit Hurrikan Felix im Jahr 2007.
  • 2017: Die Wirbelstürme Irma und Maria waren die viert- und dritt-teuersten atlantischen Wirbelstürme; sie verursachten zusammen 168,8 Milliarden Dollar Schaden.
  • 2018: Hurrikan Michael war der erste Hurrikan der Kategorie 5, der die Vereinigten Staaten seit 1992 (Hurrikane Andrew) traf.
  • 2019: Der Hurrikan Dorian war der stärkste tropische Wirbelsturm auf den Bahamas und gilt als die schlimmste Naturkatastrophe in der Geschichte des Landes.

 

Erfahren Sie mehr über Hurrikans.

Katastrophen überleben


"In der Nacht des Hurrikans war ich bei meinem Nachbarn. Es war Mitternacht. Wir waren nicht vorbereitet. Es war furchterregend. Diese Nacht werde ich nie wieder vergessen. Niemals. Niemals." - Amy

Amy aus Barbuda hat Hurrikan Irma im Jahr 2017 hautnah erleben müssen. Sie berichtete uns:

“In der Nacht des Hurrikans war ich bei meinem Nachbarn. Es war Mitternacht. Wir waren nicht vorbereitet. Es war furchterregend. Diese Nacht werde ich nie wieder vergessen. Niemals. Niemals. Das Dach hob sich immer wieder an und fiel wieder nach unten. Im nächsten Moment war es weg. Das war die längste Nacht meines Lebens. All der Wind, Regen und Lärm.”

In Malawi erinnert sich Grace an die schweren Überschwemmungen, nachdem der Zyklon Idai ihr Haus zerstört und das Leben ihrer Familie bedroht hatte:

“Als das Wasser kam, geriet ich in Panik, denn das Wasser lief schnell. Wir versuchten sogar, auf die Bäume zu klettern, um zu entkommen. Es war sehr beängstigend, mit den Krokodilen im Wasser.”

Wie der Klimawandel das Leben der Menschen beeinflusst


Extreme Wetterereignisse treten häufiger in Ländern auf, in denen viele Menschen in Armut leben. Und jede neue Katastrophe verschlimmert ihre Situation.

Von Hand gefertigte Häuser

Wir arbeiten mit Menschen, die an Orten leben, an denen die Häuser oft aus Holz und regionalen Materialien hergestellt werden, wie etwa in Malawi.

Diese Häuser werden nach traditionellen Methoden, die über die Generationen weitergegeben werden von Hand gefertigt.

Sie sind nicht darauf ausgelegt, die zunehmende Intensität der tropischen Stürme und Hurrikans auszuhalten.

Als der Zyklon Idai im März 2019 Malawi verwüstete, wurden Häuser und Lebensgrundlagen von Familien zerstört. Sie sahen, wie das Hochwasser Überhand nahm. Das erzählte uns Stephano:

„Am Tag der Überschwemmung regnete es seit 17 Uhr, aber das Hochwasser, welches die Häuser zerstörte, erreichte uns um 23 Uhr. Im Laufe der halben Nacht waren alle Häuser in sich

zusammengefallen. Unser Vieh wurde vom Wasser mitgerissen. Die Krokodile waren sehr nah und attackierten die Kühe.“

 

Gefährdete Standorte

Wir unterstützen Menschen, die an Orten leben, an denen es besonders oft extreme Wetterbedingungen gibt und die oft nicht ausreichend gerüstet sind, um den sich verschlechternden Bedingungen standzuhalten. Auf den Phillipinen haben wir viele solcher Familien unterstützt.
Seit 2004 haben wir dort 25 Mal auf eine Reihe von verheerenden Katastrophen wie Stürme, Überschwemmungen und Erdbeben reagiert.

Aber warum leben die Menschen an Orten, von denen sie wissen, dass sie von Hurrikanen, Überschwemmungen und sogar Vulkanausbrüchen bedroht sind?

Oftmals gibt es soziale und kulturelle Gründe – hier haben Menschen schon immer gelebt. Manchmal sind die Chancen in den betroffenen Regionen größer als die Risiken. So ist beispielsweise der Boden in der Nähe von Vulkanen durch die vulkanische Asche sehr fruchtbar.

Im Fall von niedrig gelegenen Küstengebieten oder Städten, spielen oft die Lebenshaltungskosten eine große Rolle. Diese Gebiete sind meist günstiger. Menschen, die es sich nicht leisten können, in sichereren Gebieten zu leben, bauen sich ihr Zuhause oft an Orten, die anfälliger für Katastrophen sind, denn es ist der einzige Ort, den sie sich leisten können.

Wir haben kürzlich mit Betroffenen in Asuncion, Paraguay, gesprochen. Die Stadt wurden Anfang des Jahres von schweren Überschwemmungen heimgesucht. Mirta sprach mit uns über ihre Lebensbedingungen:

“Ich bin es leid, immer wieder umziehen zu müssen, wenn es Überschwemmungen gibt, aber wir haben keine andere Wahl. Wir können es uns einfach nicht leisten, ein Haus außerhalb der von Hochwasser betroffenen Gebiete zu kaufen.”

Verlorene Ressourcen


"Wir sind sehr dankbar für das, was wir erhalten haben. Vielen Dank." - Bihi

Wir arbeiten mit Landwirten und nomadischen Gemeinschaften zusammen, wie z.B. Familien in Somaliland, die wegen der schweren Dürre, welche durch viele Jahre schlechter Regenzeiten verursacht wurde, nicht mehr erfolgreich anbauen oder ihre Rinder und Schafe ernähren können.

In den letzten 3 Jahren hat die Dürre fast alle Nutztiere (etwa 80%) der Region getötet. In ländlichen Regionen sind die Menschen in Somaliland auf Vieh angewiesen, um ein Einkommen zu haben und ihr Überleben zu sichern. Extreme Wetterbedingungen sind dafür die größte Bedrohung.


“Wir kamen hierher, weil wir Hunger und kein Essen hatten. Seit ich mein Vieh verloren habe, ist es ein Kampf, Nahrung für meine Familie zu bekommen”.

– Bihi

Das schwindende Wasser des Tschadsees, gezeigt in 1963, 1973, 1987 und 1997.

Gleichzeitig wird deutlich, dass durch den Klimawandel weniger natürliche Ressourcen verfügbar sind. Dies hat zur Folge das betroffene Bevölkerungsgruppen viel anfälliger für extremistische Gruppen werden.

Dies verschlimmert komplexe Konfliktsituationen wie etwa die Krise im Tschadseebecken noch weiter. Die gewaltsame Auseinandersetzung in dieser Region erstreckt sich über Nigeria, Kamerun, Niger und den Tschad.

Seit Jahrtausenden verließen sich die Menschen in dieser Region auf den See als ihre Lebensunterhalt und bestritten diesen mit Fischerei und durch die Bestellung des fruchtbaren Landes. Seit den 1960er Jahren ist der See um etwa 90% geschrumpft, was das Gebiet in eine Wüste verwandelt hat.

Dies ist auf eine Mischung aus Klimawandel, Bevölkerungswachstum, Überbeanspruchung und Bewässerung zurückzuführen. Heute ist das Tschadbecken eine der heißesten Regionen der Erde und es ist fast unmöglich den Lebensunterhalt auf Grundlage des Ackers oder Sees zu verdienen. Dadurch steigt auch der Einfluss Boko Harams dort.

Verantwortung übernehmen


Wir wissen, dass unsere Arbeit zur Unterstützung der von Katastrophen betroffenen Gemeinden auch Auswirkungen auf die Umwelt hat.

Unsere Nutzung von Luftfracht und Energie trägt zum Klimawandel bei; die von uns produzierten Abfälle füllen die Mülldeponien, und alle Einweg-Kunststoffe, die wir für unsere Arbeit benötigen, werden noch lange Zeiten auf diesem Planeten verweilen.

Wenn wir uns nicht damit auseinandersetzen, könnte unser Handeln dazu beitragen, die Menschen auf der ganzen Welt noch anfälliger für Katastrophen zu machen.

 

 

 

Deshalb bemühen wir uns, unsere Auswirkungen auf die Umwelt zu analysieren und Wege zu finden, diese zu vermeiden oder zu reduzieren.

Dazu gehört auch:

  • Unsere CO2-Emissionen, die wir durch das Nutzen von Luftfracht und Reisen verursachen, zu analysieren und Wege zu finden, diese so weit wie möglich zu vermeiden.
  • Unsere Lieferkette und die Zusammenarbeit zwischen den Büros zu verbessern, um Einwegplastik bis Ende 2020 vollständig aus unseren Fundraising-Materialien und Hilfsgütern zu eliminieren.
  • Daran zu arbeiten, das unsere Papierprodukte FSC-zertifiziert oder zu 100% recycelt sind und Forstprodukte nachhaltig bezogen werden.
  • Wir wollen untersuchen wie unsere Arbeit die Ziele der Vereinten Nationen für eine nachhaltige Entwicklung unterstützen kann.

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