Donnerstag 17 März 2011
JAPAN - Regierung erbittet Hilfe

Für die folgenden fünf Städte wurden jeweils 100 Überlebenskisten erbeten: Miyako, Yamadamachi, Kamaishi, Rikuzentakata und Ofunato.
Lokale Regierungsvertreter in der japanischen Präfektur Iwate haben ShelterBox offiziell um Unterstützung mit 500 Überlebenskisten gebeten um den Familien, die durch den Tsunami in der letzten Woche all ihr Hab und Gut verloren haben, Notunterkünfte und andere lebensrettende Hilfsgüter bereitzustellen. Die Bitte wurde von den örtlichen Rotariern an ShelterBox übermittelt.
Das ShelterBox Response Team (SRT), das im Land im Einsatz ist, arbeitet eng mit dem britischen Konsulat, dem britischen Militärpersonal und dem US-amerikanischen Militär zusammen, um die logistischen Herausforderungen zu meistern. Von Tokio aus ist die Präfektur Iwate sieben Autostunden entfernt. Mangel an Benzin, starker Schneefall, kalte Temperaturen und die Situation rund um die Atomkraftwerke machen es schwer, die Hilfe zu den betroffenen Familien zu bringen.
Nachtfrost und überfüllte Notunterkünfte
„Jede Naturkatastrophe ist anders, aber dieser Tsunami in Japan stellt uns vor bisher ungekannte Herausforderungen“, berichtet SRT-Mitglied und ShelterBox International Director Lasse Petersen, der seit dem 12. März in Japan im Einsatz ist. „Noch am gleichen Tag der Katastrophe haben wir innerhlab weniger Stunden unseren Einsatz hier vorbereitet und SRT-Mitglieder ins Land geschickt."
Aufgrund der schwierigen Versorgungslage, konnte das SRT nicht direkt mit der Auslieferung der Überlebenskisten beginnen. Ein Dolmetscher half dem SRT in die Regionen zu gelangen, von denen vermutet wurde, dass sie am schlimmsten betroffen sind. „Wir wussten, dass bei solch einem Ausmaß der Katastrophe unsere Hilfe benötigt werden würde. Durch die offiziellen Anfragen nach Hilfsgütern können wir nun mit der Verteilung der grünen Überlebenskisten vor Ort beginnen,” so Petersen weiter.
Aktuellen Berichten aus Japan zufolge liegt die Zahl der Todesopfer nun bei 6.405; Tausende Menschen werden weiterhin vermisst. Mehr als 400.000 Menschen leben bei temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt in Notunterkünften wie Schulen oder Gemeindestätten. Viele dieser Unterkünfte sind überfüllt und stellen keine Langzeitlösung für die zahlreichen Menschen dar, die in den Naturkatastrophen der letzten Woche alles verloren haben.
Trotz Hindernissen - Überlebenskisten kommen an
„In der Präfektur Iwate sind allein 50.000 Menschen in Notunterkünften untergebracht und mehr als 10.000 sind von den Wassermaßen, die durch den Tsunami ins Land geschwemmt wurden, eingeschlossen“, berichtet John Leach, Einsatzleiter von ShelterBox in Helston. „Wir haben rund 1.000 Überlebenskisten in Japan oder auf dem Weg dorthin, weitere 5.000 stehen bereit, um ins Land geschickt zu werden. Die japanische Regierung konzentriert sich nun vor allem darauf, Notunterkünfte für die zahlreichen Evakuierten zu schaffen. Die Temperaturen, die zerstörte Infrastruktur und den Mangel an Treibstoff sind alles Hindernisse, die unsere Arbeit – die Verteilung der Überlebenskisten an die am stärksten von den Katastrophen betroffenen Familien – behindern.“
Die Stärke des Erdbeben, dass letzte Woche Japan erschütterte und eine riesige Tsunamiwelle vor allem im Nordosten der Insel auslöste, wurde zunächst auf 8.9 auf der Richterskala eingestuft und später auf 9.0 erhöht. Ein Erdbeben dieser Stärke tritt durchschnittlich höchsten alle zwanzig Jahre auf. Es verursachte eine vertikale Verschiebung der Erde, was die Tsunamiwellen ausgelöst hatte. Als diese auf die japanische Küste trafen, waren sie 10 bis 15m hoch und hatten eine Geschwindigkeit von bis zu 500 km/h.

